Stimmts - oder - Stimmts net?

Stimmts - oder - Stimmts net?

Stimmts - oder - stimmts net?

StimmtrainingPosted by Anna Lichtenstein Mon, September 28, 2015 12:34:37

Stimmts - oder - Stimmts net?

Wenn uns jemand fragt: „Stimmt‘s?“, dann impliziert die Frage in den meisten Fällen: „Hab ich Recht? Stimmt das, was ich gesagt habe?“. Sie fordert quasi eine Bestätigung der Meinung unseres Gegenübers.

Was wäre aber, wenn wir uns stattdessen einmal fragen: “Stimmt das, was du gesagt hast, für mich?“. Und überhaupt - „Stimme ich?“. Bin ich noch mit mir im Einklang? Wie oft stellen wir uns diese Frage eigentlich und nehmen uns auch Zeit ihr auf den Grund zu gehen? Was bedeutet das eigentlich – „stimmig sein“? Stimmig sein mit den Menschen, die mich umgeben, mit meiner Arbeit, meinem Körper, meiner Psyche und vor allem meiner inneren Stimme? Es ist nicht immer einfach, all diese Dinge im Gleichgewicht zu halten. Oft wackelt unser „gut strukturiertes“ System gehörig. Aber wir ignorieren die Bauchschmerzen und fahren weiter in unserer Spur. Oder wir ergeben uns der Situation und denken uns – „Da kann ich eben jetzt nichts daran ändern.“ Um es salopp zu sagen - wir funktionieren eben.

Trotzdem merken wir, dass etwas in unserem Leben nicht „stimmig“ ist. Wir sind schlecht gelaunt, ja schlicht nicht gut gestimmt.

Unsere menschliche Stimme vermittelt nicht nur sachliche Informationen, sondern auch unsere aktuelle Stimmung. Aber nicht nur das, sie ist vor allem ein Ausdruck unserer Persönlichkeit. Nicht umsonst leitet sich eben dieses Wort von dem lateinischen Wort persona ab, was so viel bedeutet wie „durchtönen“. Dieses Durchtönen bezieht sich auf die antike Schauspielpraxis, in welcher die Schauspieler Masken trugen, durch welche sie „hindurch sprachen“, um ihre Stimmen zu verstärken.

Die Stimme ist meist ein erster Indikator für die Unstimmigkeiten in unserem Leben. Wir alle kennen das Phänomen in Stresssituationen, wenn wir beispielsweise eine Rede halten müssen und es uns buchstäblich „die Sprache verschlägt“, oder den Moment, wo wir so perplex sind, dass wir „kein Wort heraus bekommen“. Aber auch Gefühle wie Trauer und Freunde, können allein an der Stimme abgelesen werden. Sie alle sind sicherlich schon einmal von einem lieben Freund angerufen worden und haben sofort am Klang seiner Stimme erkannt, dass etwas Schlimmes passiert sein muss.

Das sind natürlich nur kleine Beispiele. Generell lässt sich jedoch sagen, dass alle Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens gemacht haben, unsere Persönlichkeit – und damit unsere Stimme –geprägt haben.

Viele Menschen denken, dass sie an ihrer Stimme nichts verändern können und resignieren. Dies muss aber nicht so sein. Die Stimme ist ein Muskel, welchen man trainieren kann, wie Liegestütze. Sicherlich sind die Stimmlippen etwas komplexer als Oberarme. Die Stimmfunktion lässt sich nicht mit einer „Universalübung“ an einem Tag neu aufbauen. Aber auch jeder gute Fitnesstrainer wird Ihnen die Illusion nehmen, dass man in einer Woche 10 Kilo abnehmen kann und die neue Figur ein ganzes Leben halten wird. Dies erfordert ein kontinuierliches Training. Seine Stimme auszubauen, kennen und lieben zu lernen, lohnt sich. Denn es ist nicht nur so, dass unsere Emotionen die Stimme beeinflussen, sondern es funktioniert auch andersherum. Eine richtig „gestimmte“ Stimme kann den Körper zur Ruhe bringen und zu mehr Präsenz verhelfen. Damit wird mehr Raum geschaffen, dem Geist, den Inhalt, den wir äußern wollen, bestmöglich zur Sprache zu bringen.

Fragen Sie sich doch öfter mal „stimmts? - oder – stimmts net?“ bei mir und was kann ich dagegen unternehmen?





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