Stimmts - oder - Stimmts net?

Stimmts - oder - Stimmts net?

Erfolg des Stimmtrainings

StimmtrainingPosted by Anna Lichtenstein Sat, October 31, 2015 11:05:46

Wovon hängt der Erfolg des Stimmtrainings ab? Teil I (III)

Albert Einstein hat einmal gesagt: „Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht.“.

Im Stimmtraining ist es leider, wie im Sportbereich. Nach den ersten Besuchen im Fitnessstudio werden Sie sicher gehörig Muskelkater mit nach Hause nehmen, aber noch keine augenscheinlichen Ergebnisse sehen. Nur mit kontinuierlichen Wiederholungen und viel Disziplin werden Sie auch das entsprechende Ergebnis auf der Waage sehen. So ähnlich verhält es sich mit der Stimme. Sicherlich wird man sehr schnell - oft sogar in der ersten Unterrichtsstunde - spüren, dass aus der eigenen Stimme mehr herauszuholen ist, als man bisher vermutet hat. Dieses Ergebnis jedoch in das alltägliche Sprechen zu übertragen, ist ein längerer Prozess. Ich vergleiche das gern mit Autofahren lernen. Vielleicht erinnern Sie sich noch an Ihre erste Praxisstunde im Auto. Augen, Ohren, Hände und Füße müssen gleichzeitig auf verschiedene Faktoren achten und zunächst sind wir davon komplett überfordert. Aber nach und nach bekommen wir eine Routine in den Abläufen und heute ist es das Normalste auf der Welt sich in sein Auto zu setzen und einfach loszufahren.

Um an den Punkt zu kommen, die Stimme „einfach loszufahren“ braucht es viel Übung. Nicht umsonst absolvieren Schauspieler und professionelle Sprecher eine mehrjährige Stimmausbildung. Nun will nicht jeder professioneller Sprecher werden. Aber auch für kleinere Veränderungen bedarf es Übung.

Nach meiner Erfahrung hängt der Erfolg im Stimmtraining von folgenden Faktoren ab.

Musikalische Kenntnisse:

Eine wichtige Rolle für den Stimmunterricht spielen Ihre Ausgangsvoraussetzungen mit welchen Sie in den Unterricht kommen. Günstig sind zum Beispiel musikalische Kenntnisse. Menschen, die bereits ein Instrument spielen oder gespielt haben, sind meistens sehr sensibel für Klangvorstellungen und haben ein aufmerksames Gehör. Ideal wäre natürlich, wenn Sie in einem Chor singen oder gar Gesangsunterricht nehmen. Denn Singen und Sprechen ähneln sich sehr in ihren Grundpfeilern. So ist es einem Chorsänger nicht neu auf Bauchatmung und eine gesunde Körperaufrichtung zu achten.

Allgemeine Körperkonstitution:

Auch Sport unterstützt die Arbeit an der Stimme. Die Stimmarbeit ist im Wesentlichen auch eine Körperarbeit. Je wohler Sie sich in Ihrem Körper fühlen und je gezielter Sie einzelne Körperpartien anspannen bzw. entspannen können, desto effektiver greifen auch die Stimmübungen. Im Umkehrschluss heißt das natürlich, je verspannter wir sind und je blockierter einzelne Muskelgruppen sind, desto schwieriger ist es, ihren Resonanzkörper, der tatsächlich ihren ganzen Körper ausmacht, in vollem Maße einzusetzen. Hierbei spielen vor allem die unmittelbaren Muskelgruppen im Hals-, Nacken- und Schulterbereich eine Rolle, aber auch ein angespannter Bauch, eine unflexible Hüfte, ja sogar eine Fußfehlstellung beeinflussen unser komplettes Muskelsystem und somit auch unsere Stimme.

Sensibilität für den eigenen Körper:

Der erste Schritt für eine Veränderung ist die Wahrnehmung des „Problems“. Nur was wir wahrnehmen, können wir auch verändern. Deswegen ist eines der Hauptaufgaben des Stimmtrainings diese Sensibilisierung für den Körper und die Stimme zu schärfen. Ein gutes Gehör und eine schnelle Auffassung sind für die Verbesserung der Stimme sehr förderlich.



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