Stimmts - oder - Stimmts net?

Stimmts - oder - Stimmts net?

Stimme und Wirkung

Infos zur StimmePosted by Anna Lichtenstein Thu, October 22, 2015 08:50:38
Stimme und Wirkung

Hatten Sie auch schon einmal so ein Erlebnis: Sie saßen in einem Café und plötzlich kam eine unglaublich gutaussehende Frau in den Raum. Sie dachten nur – wow, tolle Ausstrahlung. Sie hat eine super Figur, tolle Haare und ein wunderschönes Gesicht. Eine Frau, von der man einfach nicht die Augen lassen kann. Allein an ihrem selbstbewussten Auftreten dachten Sie, dass diese Frau intelligent und erfolgreich sein muss.. Doch als Sie sie ansprechen - just in dem Augenblick wo sie den Mund aufmachte- war der ganze Zauber schlagartig verflogen. Sie krächzte Ihnen ein unschönes „Hi“ entgegen - in einer einzigen Sekunde ist das harmonische Gesamtbild zerplatzt. Plötzlich wirkte die schöne Optik nur noch halb so einnehmend und beim Klang ihrer Stimme wollten Sie am liebsten das Gespräch so schnell wie möglich beenden.

So, oder so ähnlich ist es uns allen vielleicht schon einmal ergangen. Andersherum trifft das natürlich auch auf die Männer zu. Vielleicht sind Sie auch schon dem ein oder anderen Mann begegnet, der Sie mit seinem Stimmklang in die Flucht getrieben hat. Nicht umsonst zählt die Stimme zu den sekundären Geschlechtsmerkmalen. Den meisten Menschen ist es nicht bewusst, aber die Stimme spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle in der Partnerwahl.

Aber nicht nur im privaten Bereich ist der Stimmklang ein Entscheidungskriterium für die Attraktivität und Sympathie des Gegenübers, vor allem im Beruf sollte Ihre Stimme Ihre gewünschte Außenwirkung unterstreichen. Gerade im Verkaufs- bzw. Managementbereich trägt eine gute Stimmpräsenz maßgeblich zu einem seriösen Auftreten und Durchsetzungsvermögen bei. Wenn sie jetzt denken, dass Sie das nicht betrifft, weil Sie nicht in diesen Bereichen arbeiten, dann lassen Sie es mich mit den Worten von Mike Dierssen -einem der erfolgreichsten Verkaufstrainer in Deutschland- sagen: „Zuerst verkauft man immer sich selbst“!

Stellen Sie sich beispielsweise einen Chef mit piepsiger Stimme vor. Wie ernst würden Sie ihn nehmen, wenn er bei steigendem Geräuschpegel immer höher und schriller spricht? Oder denken Sie an einen Verkäufer, der viel zu schnell redet und nuschelt, sodass man kaum den Inhalt verstehen kann. Immer wieder trifft man auch auf Frauen mit einer verhauchten und kindlichen Stimme, welche irritiert davon sind, dass sie nicht ernst genommen werden oder in ihrer beruflichen Karriere nicht weiter aufsteigen. Ihr Fachwissen kann noch so detailliert und umfangreich sein und ihre Führungskompetenzen unübertroffen. Entspricht ihre Stimme nicht ihrer gewünschten Wirkung, werden Sie es schwer haben, zu überzeugen und „sich zu verkaufen“. Eins der berühmtesten Beispiele dafür ist wohl die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher. Zu Beginn ihrer Karriere fiel sie vor allem durch einen schrillen und überhöhten Stimmklang auf. Sie erkannte jedoch bald, dass die Stimme ein wesentlicher Faktor für Autorität und Durchsetzungskraft ist und absolvierte ein zweijähriges Stimmtraining. Ihre Stimme senkte sich um mehrere Halbtöne und entwickelte ein warmes und angenehmes Timbre. Die „berühmte Thatcher Stimme“, wie sie heute auch genannt wird, unterstrich ihre Führungsrolle. Margaret Thatcher hatte die kluge Voraussicht, ihre Stimme professionell ausbilden zu lassen. Es ist vermutlich nicht vermessen zu sagen, dass sie sich in der männerdominierten Politik vor allem durch ihre stimmliche Ausdruckskraft erfolgreich durchgesetzt hat.

Am Beispiel von Margaret Thatcher zeigt sich, dass wir alle mit einem wunderbar funktionierenden Stimmorgan geboren wurden und mit ein wenig Übung seine natürliche Funktion wiederentdecken können. Ein guter Klang ist demnach nicht Glückssache, sondern genauso eine Strategie, die man sich aneignen kann, wie ein Fahrplan für ein Verkaufsgespräch oder eine Präsentation.





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