Stimmts - oder - Stimmts net?

Stimmts - oder - Stimmts net?

Mit der Stimme führen

StimmtrainingPosted by Anna Lichtenstein Tue, October 06, 2015 15:47:44
Wissen Sie, wie man Hunde dressiert?

Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Stimme. Hunde verstehen nicht den Inhalt unserer Worte. Sie reagieren allein auf den Tonfall und lernen diesen mit einem bestimmten Verhalten zu verknüpfen.

Nun denken Sie sicher: „Was soll das mit mir zu tun haben? Ich bin ein Mensch und mein Gegenüber versteht ganz klar den Inhalt meiner Worte.“

Aber ist das wirklich so?

Forscher der Kommunikationswissenschaft haben schon in den 70er Jahren festgestellt, dass die Wirkung einer Botschaft zu 55 % durch die nonverbale Körpersprache, 38 % durch Mimik, sowie Stimmlage und Augenkontakt und nur zu 7 % durch das gesprochene Wort interpretiert wird. Man muss dazu sagen, dass in Fachkreisen mittlerweile Uneinigkeit besteht, inwieweit diese Zahlen tatsächlich zutreffen. Fakt ist jedoch, dass der reine Inhalt des gesprochenen Wortes nicht der Hauptträger der Informationsvermittlung ist.

Die zwischenmenschliche Kommunikation ist also gar nicht so weit entfernt von der Kommunikation mit dem liebsten Haustier des Deutschen.

Ein anderes Beispiel zeigt sich in der Kindererziehung. Jedes Kleinkind hört sofort am Klang der Stimme seiner Mutter, dass es jetzt besser folgen sollte, denn sonst könnte Ärger drohen. Wer eine Leitungsposition inne hat, wird mir Recht geben, dass Mitarbeiterführung zuweilen auch an Kindererziehung erinnert. Klare Ansagen zu machen, ohne sein Gegenüber zu harsch anzufahren und dennoch genau zu signalisieren, dass dieser Ansage Folge zu leisten ist, kann nicht immer einfach sein. Hier trifft der alt bekannte Satz zu: „Der Ton macht die Musik“. Eine gute Ausdrucksweise kann uns Türen und Tore öffnen. Genauso wie ein unbedacht ausgesprochenes Wort diese verschließen kann. Ein guter „Führungston“ sollte auf den Punkt gebracht, respektvoll und seriös sein und fachliche Kompetenz vermitteln. Ihn zu finden erfordert manchmal viel Übung. Aber genauso, wie ein junger Hundebesitzer lernen kann, seinen Hund zu führen, können Sie auch lernen, den guten Ton zu treffen.

Überlegen Sie sich, ob Sie mit Ihrer Stimme führen, indem sie motivieren und positiv anleiten oder ob sie mit Ihrer Stimme eher missverstanden, nicht ernst genommen werden oder gar Menschen abschrecken, verletzten und klein machen.







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